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Über 47.500 Besucher (eine Steigerung von 14 % gegenüber 2015) strömten aus 114 Ländern an die Techtextil  und Texprocess Messen an der Messe Frankfurt. Die Messe fand vom 9. – 12. Mai statt und zeigte die innovativsten Produkte aus dem Bereich der technischen Textilien und die neusten Fertigungstechnologien. Der Fokus dieses alle zwei Jahre stattfindenden Events lag in diesem Jahr auf funktionellen Fasern.

Lebhafter Austausch von Ideen und Meinungen

Die Techtextil und die Texprocess präsentierten alle Produktgruppen und Bereiche von Textil- und Non-Woven-Anwendungen (Techtextil) sowie Verarbeitungs- und Veredlungstechnologien für Textilien und flexible Materialien (Texprocess). „Die Techtextil und Texprocess 2017 waren für alle Hersteller, Verarbeiter und Benutzer von Textilien, die mehr über die neusten Entwicklungen und Lösungen im Bereich der intelligenten Textilien erfahren wollten, ein Muss,“ sagte Olaf Schmidt, Vice President Textiles & Textile Technologie der Messe Frankfurt. „Obwohl wir zusätzliches Personal an unserem Stand hatten, mussten unsere Besucher gelegentlich mal Schlange stehen.

Für uns war die Messe fantastisch,“ sagte Dr. Jan Zimmermann von Forster Rohner aus der Schweiz, ein Aussteller der Techtextil. Viele der 1789 Aussteller der Techtextil und Texprocess machten ähnliche Erfahrungen. „Wir machten uns vor der Türöffnung auf zahlreiche Besucher gefasst. Wir wurde jedoch von der hohen Anzahl überrascht. Es gab Momente, an denen wir Mühe hatten, allen Anfragen nachzukommen,“ sagte Texprocess Aussteller Sebastian Feges von Efka.

Nach Deutschland waren die drei Länder mit den meisten Ausstellern auf der Techtextil Italien, Frankreich und die Türkei, während es an der Texprocess Italien, Rumänien und Portugal waren. „Die Techtextil und Texprocess bieten eine sehr lebendige Plattform für den Austausch von Ideen und Meinungen sowie zum Knüpfen von Kontakten zwischen den Branchenbeteiligten, insbesondere zwischen der Industrie und Start-ups sowie auch den Forschungs- und Wissenschaftsbereichen,“ sagte Dirk Wiese,  parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie bei seinem Besuch auf den zwei Messen.

Texprocess: Interaktion zwischen Mensch und Maschine

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Foyer Hall 3. © Messe Frankfurt Exhibition GmbH / Jean-Luc Valentin

Auf der Texprocess betrat die Interaktion zwischen Mensch und Maschine eine neue Ebene. Es gab Beispiele von Körperscannnern für Bekleidungskunden, IT-gestütztem Modedesign, automatischem Zuschnitt und noch schnellerem Nähen und Fügen sowie vom gleichzeitigen Besticken von unzähligen Teilen und vom Ausliefern der Kleidungsstücke. „Die Bekleidungsfertigungs- und Textilindustrien richten schon rechtzeitig ihren Kurs auf die Zukunft aus. Auf den beiden Messen zeigten sie einmal mehr, dass sie zu den zukunftsweisendsten und progressivsten Branchen zählen,“ so Elgar Straub, Managing Director, VDMA Textile Care, Fabric and Leather Technologies, ein Konzeptpartner der Texprocess.

Techtextil: Messebesucher hielten Ausschau nach Hightech‑Textilien

An allen vier Messetagen sah es ähnlich aus: Internationale Messebesucher durchstöberten die Messehalle nach Hightech‑Textilien für Anwendungen wie faltbare textile Scheinwerfer, smarte Kniebandagen, wärmende oder kühlende modische Bekleidung, Bekleidung mit integrierten LEDs, feuerbeständigen Fasern, Fahrradrahmen aus Carbon und textile Membranen für Stadionsbedachungen.

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Foyer Hall 3. © Messe Frankfurt Exhibition GmbH / Jean-Luc Valentin

Zahlreiche Spezialausstellungen und Events

Auch die zahlreichen Spezialausstellungen und Events stießen auf viel Interesse und boten Einblicke in die gesamte textile Wertschöpfungskette. Darüber hinaus verbanden sie die beiden Messen Die vom ESA-Astronauten Dr Reinhold Ewald eröffnete Raumfahrtsausstellung „Living in Space“ führte die Besucher über eine virtuelle Realität auf eine Reise zum Mars mit im Weltall verwendeten Materialien und einem „Space Habitat“, das von Stararchitekt Ben van Berkel gestaltet worden ist.

Die „Innovative Apparel Show“, eine Modenschau mit Hightech-Textilien fand mehrmals täglich während der Messe statt und wurde von Universitäten und Modeschulen präsentiert. Die Studenten hatten die Gelegenheit, visionäre Designs basierend auf technischen Textilien auf dem Laufsteg zu zeigen und die Verarbeitungsschritte zu erklären. Die „Digital Textile Micro Factory“ zeigte eine gesamte textile Produktionslinie und hatte damit einen großen Erfolg.  Diese beiden Veranstaltungen erhielten sehr gute  Rückmeldungen. 95 % der Besucher der Techtextil äußerten sich sehr erfreut über ihren Besuch, während es für die Texprocess sogar 97 % waren.

Textilindustrie für die Zukunft gerüstet

Detlef Braun, Mitglied der Geschäftsführung der Messe Frankfurt, sagt dazu: „Industrie 4.0, smarte und funktionelle Textilien und die Digitalisierung sind nicht mehr Trends von morgen. Heute ist die Textilindustrie bereits dabei Wenn es eine Industrie gibt, die für die Zukunft gerüstet ist, ist es die Textilindustrie. Dennoch ist der persönliche Austausch von Ideen und Meinungen auch im digitalen Zeitalter eine Bereicherung. Wir sind daher auch höchst erfreut, dass so viele Besucher zur Techtextil und Texprocess gekommen sind. Wer an diesen vier Tagen nicht nach Frankfurt kommen konnte, hat es verpasst, die Dynamik der Textilindustrie selbst zu erleben.“

Nächste Messen

Die nächste Techtextil und Texprocess finden vom 14. bis 17. Mai 2019 wiederum in Frankfurt statt.